Autor: Siegfried Wollinger
Hallo, ich bin Julie
Eigentlich heiße ich Julia, aber alle nennen mich Julie.
Geboren wurde ich im Jahr 2014, vermutlich in einem kleinen Dorf in der Nähe von Lučenec. Wann genau mein Geburtstag ist, weiß leider niemand. Auch meine ersten
Lebensmonate waren alles andere als schön.
Als ich selbst Babys bekam, wurden mir meine Welpen auf grausame Weise genommen. Schließlich sollte auch mein Leben beendet werden. Doch zwei ältere Damen
hatten ein großes Herz und retteten mich. Sie brachten mich zu Animalhope nach Lučenec – und damit begann für mich ein völlig neues Leben.
Dort wurde ich aufgenommen, versorgt und kastriert und schließlich auf der Homepage des Tierschutzvereins zur Vermittlung vorgestellt.
Und dann sah mich mein zukünftiges Herrchen.
Das Wunder geschah.
Wie ich zu meiner Familie kam und was danach alles passierte, könnt ihr ausführlich in „Julies Geschichte – Teil 1“ lesen.
Aber was für ein Hund bin ich eigentlich?
Mein Herrchen meint, ich sei etwas ganz Besonderes. Und weil er mich inzwischen ziemlich gut kennt, lasse ich ihn einfach einmal erzählen …
Was mich auszeichnet
Ich bin eine ausgesprochen treue Hundedame und würde niemals auf die Idee kommen, einfach wegzulaufen. Ich bin absolut stubenrein und sage meiner Familie
zuverlässig Bescheid, wenn ich hinausmuss. Für mein kleines Geschäft reicht mir meistens der Garten – danach möchte ich gleich wieder hinein.
Leckerlis nehme ich ganz vorsichtig und zart aus der Hand. Auch beim Fressen habe ich Manieren: Ich esse langsam und bedächtig und schlinge nicht. Selbst etwas
vermeintlich Leckeres, das ich draußen finde, wird von mir zunächst genau untersucht. So bleibt meinem Herrchen meistens genügend Zeit, einzugreifen, falls es nichts
für mich ist.
Ich belle wenig, bin freundlich zu Menschen und verstehe mich mit fast allen Hunden. Auch Kinder sind für mich kein Problem.
Zu Hause bin ich ausgesprochen pflegeleicht. Ich beschäftige mich gerne mit meinem Spielzeug oder meinem geliebten Hirschgeweih. Möbel und andere Dinge
interessieren mich zum Zernagen überhaupt nicht – schließlich weiß eine Dame, was sich gehört.
Besonders liebe ich es, gestreichelt zu werden. Davon kann es eigentlich nie genug geben.
Mein Herrchen behauptet außerdem, dass ich ziemlich intelligent bin. Meine Grundkommandos wie Sitz, Platz, Bleib, Hier, Hop, Schau und Komm beherrsche ich
zuverlässig – zumindest solange nicht gerade etwas wahnsinnig Interessantes durch die Gegend läuft.
Knallerei und laute Geräusche bringen mich kaum aus der Ruhe. Selbst zu Silvester bleibe ich entspannt.
Und stehlen? Niemals! Selbst eine offene Leckerlilade wird von mir ignoriert. Ich könnte zwar … aber ich tue es nicht. Darauf bin ich durchaus ein bisschen stolz.
Einige Stunden alleine zu Hause zu bleiben ist ebenfalls kein Problem für mich. Noch lieber fahre ich allerdings mit meiner Familie im Auto mit – denn schließlich könnte
am Ziel ja ein neues Abenteuer warten.
Schnappen oder gar beißen würde ich niemals. Selbst wenn mir jemand mein Futter wegnimmt, bleibe ich friedlich.
Baden und Föhnen? Na ja … sagen wir es so:
Ich lasse es über mich ergehen. Begeisterung sieht allerdings anders aus.
Und natürlich gehe ich gerne spazieren. Zweimal täglich – morgens und nachmittags – gehört meine Runde einfach zu meinem Leben.
Meine kleinen Eigenheiten
Natürlich bin auch ich nicht vollkommen. Obwohl … darüber könnte man diskutieren.
Mit meinen Haaren bin ich ausgesprochen großzügig. Im Winter und Frühjahr verteile ich besonders viele davon im Haus – während des restlichen Jahres sind es
lediglich „sehr viele“.
Wenn ich Wild entdecke, erwacht außerdem die Jägerin in mir. Rehe und anderes Wild sind ausgesprochen spannend – und eine davonlaufende Katze leider manchmal
auch. Habe ich erst einmal die Verfolgung aufgenommen, kann mein Herrchen rufen, so viel es möchte. Meine Ohren funktionieren dann vorübergehend nur noch
eingeschränkt.
Mit Regen kann ich dagegen überhaupt nichts anfangen. Warum sollte ein vernünftiger Hund freiwillig hinausgehen, wenn von oben Wasser herunterfällt?
Mein Magen ist leider etwas empfindlich. Deshalb muss meine Familie bei meinem Futter sehr genau aufpassen. Gewürzte oder fette Speisen und minderwertige
Leckerlis sind für mich tabu. Ich bekomme mein spezielles Rinti-Intestinal-Futter, und als Leckerli liebe ich getrocknete Hühnerbrust.
Weil ich von mir aus etwas wenig trinke, bekomme ich zusätzlich mehrmals täglich eine kleine Portion Hühnersuppe mit fein geschnittener Hühnerbrust. Ich finde, es gibt
wesentlich unangenehmere medizinische Maßnahmen. ��
Und dann wäre da noch meine Begrüßungstechnik: Wenn Besuch kommt und ich mich besonders freue, springe ich manchmal an den Menschen hoch.
Man muss seinen Gästen schließlich zeigen, dass sie willkommen sind!
Und was sagt mein Herrchen über mich?
Nach all den Jahren, die wir gemeinsam verbracht haben, fällt sein Urteil erstaunlich kurz aus:
„Julie hat ein paar kleine Eigenheiten – aber dafür unendlich viele wunderbare Seiten. Sie ist treu, sanft, intelligent, anhänglich und einfach ein
außergewöhnlicher Hund.“
EIN TRAUMHUND!
Ich glaube, damit kann ich ganz gut leben.
Eure Julie